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Die Sicherheit auf den Straßen stellt eines der wichtigsten Problemfelder für das Gesundheitswesen sowohl in Europa als auch in der ganzen Welt dar. Einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sterben weltweit jedes Jahr 1,2 Mio. Menschen bei Verkehrsunfällen. Deshalb sieht die EU-Kommission die Verkehrssicherheit als für das gesamte Territorium der Europäischen Union und für alle ihre Bewohner unmittelbar relevant an:

  • In den 15 Mitgliedstaten der EU vor der Osterweiterung (EUR-15) gibt es 375 Mio. Verkehrsteilnehmer (darunter 200 Mio. Führerscheininhaber), die 200 Mio. Fahrzeuge auf 4 Mio. Straßenkilometer bewegen. Weitere Millionen von Menschen sind Verkehrsteilnehmer in den Beitrittstaaten, wo die Verkehrssicherheit im allgemeinen nicht so gut ist, wie in den EUR-15. Die Zahl der Verkehrstoten und -verletzten pro Bevölkerungszahl ist in den neuen EU-Mitgliedstaaten zwar nicht höher als in den EUR-15, doch täuscht dieses Faktum, da die Zahl der Fahrzeuge und das Verkehrsaufkommen dort viel niedriger ist. Das Risiko ist dort also größer.
  • Die immer weiter anwachsende Mobilität hat einen hohen Preis: Allein auf den Straßen der EUR-15 fordern jedes Jahr 1.300.000 Verkehrsunfälle mehr als 40.000 Tote und 1.700.000 Verletzte. Die direkten und indirekten Kosten dieses Blutbades wurden auf 160 Mrd. Euro, also 2 % des Bruttosozialprodukts der EU geschätzt. Für die erweiterte Europäische Union, die EUR-25, sind die Kosten und Herausforderungen sogar noch größer.

Die Verkehrssicherheit ist Teil des Vertrages über eine Verfassung für Europa. Sie liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Europäischer Union und Mitgliedsstaaten (Art. I-14). Artikel 235 aus Teil III des Vertrages legt auch fest, dass europäische Gesetze oder Rahmengesetze über "Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit" erlassen werden.

Die WHO und die EU-Kommission sind der Auffassung, dass die Gewalt auf den Straßen ein wachsendes, weltweites Problem der öffentlichen Gesundheit darstellt und dass viele Todesfälle und Verletzungen als Folge von Verkehrsunfällen gänzlich vermeidbar sind, insbesondere solche, die durch unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehende Fahrer verursacht werden. Untersuchungen zur Sicherheit auf den Straßen haben gezeigt, dass auf Verkehrsunfälle zurückzuführende Todesfälle und Körperbehinderungen vermieden werden können, indem man sich insbesondere auf Maßnahmen in fünf Schlüsselbereichen konzentriert:

  1. Kampf gegen überhöhte und unangemessene Geschwindigkeit sowie gegen das Fahren unter Alkoholeinfluss;
  2. Förderung der Verwendung von Helmen, Sicherheitsgurten und anderen Sicherheitseinrichtungen;
  3. Verbesserung der Sichtbarkeit von Fußgängern und Radfahrern;
  4. Verbesserungen bei der Konstruktion von Straßen und Fahrzeugen;
  5. Motivation aller Verkehrsteilnehmer zu verantwortungsvollem Verhalten sowie zur Verbesserung der Effektivität der Notfalldienste.

In den ersten drei Bereichen geht es unmittelbar um jede einzelne Person. Bildung ist der Schlüssel zur Verbesserung der Gewohnheiten und Einstellungen der Erwachsenen wie auch ihrer Kinder, da letztere dazu neigen, beobachtetes Verhalten nachzuahmen und Einstellungen zu übernehmen.

Um ein austariertes Projekt zu entwickeln, haben wir eine Kooperation gebildet, die einerseits die Erfahrungen von Ländern einbezieht, welche die Verkehrssicherheit durch beispielhafte Maßnahmen verbessert haben (Vereinigtes Königreich, Deutschland, Schweden), und andererseits die Erfahrungen solcher Länder, die danach streben, Verbesserungen ihrer Verkehrssituation zu erreichen (Spanien, Griechenland, Tschechische Republik).

Das übergeordnete Ziel von ROSAE ist es, in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Aktionsprogramm für Straßenverkehrssicherheit der EU-Kommission zu einer Verbesserung der Verkehrssicherheit für alle Bürger beizutragen. Die Ziele im Einzelnen sind:

  • Fortbildung von Erwachsenen in Fragen der Verkehrssicherheit und Steigerung ihres diesbezüglichen Verantwortungsbewusstseins, insbesondere in Hinblick auf die Auswirkungen von Alkohol, Medikamenten und anderen Substanzen auf das Fahrverhalten sowie in Hinblick auf allgemeine Prinzipien einer verantwortungsvollen Verkehrsteilnahme (z.B. Benutzung von Sicherheitsgurten und Helmen, Befolgung von Geschwindigkeitsbeschränkungen, Sicherstellung der eigenen Sichtbarkeit, Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer);
  • Förderung gesundheitsbewusster Gewohnheiten, insbesondere in Hinblick auf den Konsum von Alkohol und anderen Substanzen, die das Fahrverhalten beeinträchtigen;
  • Steigerung des Bewusstseins von den physischen und psychischen Auswirkungen von Verkehrsunfällen einschließlich solcher Auswirkungen wie z.B. lebenslange Behinderungen; Schulungen zur Unfallvermeidung und zum Verhalten bei Unfällen;
  • Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie überwindung von Problemen im Verkehrswesen, die aus der Geschlechterproblematik erwachsen;
  • Unterstützung und Training von FahrlehrerInnen und DozentInnen in der Erwachsenenbildung in Hinblick auf die Entwicklung von Lehrstrategien im Bereich Verkehrssicherheit, die passend für bestimmte Zielgruppen sind;
  • Herstellung von qualitativ hochwertigen Produkten "Curricula, Lehr-/Lernmodule, Anleitungen, Lerneinheiten, Präsenz- und E-Learning Kurse", die von Beteiligten aus den verschiedenen Bereichen der Verkehrssicherheitsausbildung getestet werden; Entwicklung von E-Learning Modulen, die in Fahrschulen zur Unterstützung des bisherigen Unterrichts für erwachsene FahrschülerInnen eingesetzt werden.

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